Dementielle Erkrankungen im Überblick


 

Zunächst möchten wir Ihnen an dieser Stelle einige grundlegende Informationen zu dementiellen Veränderungen geben.

Was genau ist eine „Demenz“?

Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie ohne Geist. Wichtig ist hier vor allem, dass Demenz der Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen ist.  Sicherlich kennen Sie die Alzheimer Krankheit oder haben schon von einer vaskuären, also gefäßbedingten Demenz gehört – sie sind nur zwei der möglichen Demenzformen, auf die wir weiter unten auch noch eingehen werden.

Demenzen gehören zu den häufigsten neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen des höheren Lebensalters.
Die unterschiedlichen Symptome der verschiedenen Demenzen wirken sich im weiteren Verlauf nicht nur auf das Leben und den Alltag des Betroffenen sondern auch auf den seiner Angehörigen aus.
Es zeichnet sich eine zunehmende Hilfsbedürftigkeit bei den Erkrankten ab, die in der Regel dazu führt, dass sie letztlich einer ständigen Betreuung und Pflege bedürfen.

Anzeichen einer beginnenden Demenz

Der Vater ruft ständig – auch in der Nacht – bei den Kindern an und stellt stets die gleichen Fragen, er lehnt scheinbar grundlos den Kontakt zu alten Freunden oder Weggefährten ab oder vergisst gehäuft wichtige Daten wie Geburtstage oder Verabredungen. Es sind häufig Vorkommnisse wie diese, die Familie und Freunde eines Betroffenen aufmerksam werden lassen.

Wir haben für Sie eine Liste von möglichen Anzeichen einer beginnenden Demenz zusammengestellt. Allerdings ersetzt die Feststellung eines oder mehrerer dieser Merkmale an einem Ihrer Angehörigen niemals den Besuch bei einem Arzt bzw. Facharzt (für Neurologie oder Psychiatrie).

  •  Vergesslichkeit

Hier ist anfänglich vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Jeder vergisst mal etwas, allerdings erinnern sich die meisten von uns später doch wieder. Bei Menschen mit einer möglichen Demenz ist das anders. Kürzlich Erlebtes, Termine oder Verabredungen werden vergessen. Darauf angesprochen reagieren Betroffene von erstaunt über gereizt bis aggressiv. Auch später kommt die Erinnerung nicht zurück.

  • Verlegen von Gegenständen

Plötzlich ist das Sparbuch verschwunden oder der Personalausweis. Doch dann tauchen die Gegenstände wieder auf – meist an für sie eigentlich völlig untypischen Plätzen. Aus eigener Kraft können Betroffene die verlegten Dinge meist nicht wiederfinden, sie können sich einfach nicht erinnern, wohin sie sie geräumt haben.

  • Orientierungslosigkeit

Hier können sowohl die örtliche als auch die zeitliche Orientierung sein. Die Betroffenen verirren sich in ihrer eigentlich vertrauten Umgebung oder können persönlich Erlebtes (z. B. die Geburt von Kindern und Enkelkindern) nicht mehr in die richtige zeitliche Reihenfolge einbringen.

  • Konzentrationsstörungen

Betroffene haben Schwierigkeiten, sich längere Zeit z. B. auf ein Gespräch oder einen Zeitungsartikel zu konzentrieren. Sie sind mit der Komplexität eines alltäglichen, für gesunde Menschen simplen Vorgangs überfordert, können z. B. einer Fernsehsendung nicht folgen oder die Zeitung nicht mehr lesen.

  •  Schwankungen in Stimmung und Verhalten

Menschen mit einer dementiellen Erkranung neigen zu plötzlichen Stimmungswechseln, die für Außenstehende schwer nachzuvollziehen und auszuhalten sind. Eine eben noch ausgegeglichene Stimmungslage kann mit einem Mal umschlagen in Trauer oder Aggression. Meist gibt es dafür einen Auslöser, der allerdings nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist.

  • Schwierigkeiten, bei ständig wiederkehrenden Verrichtungen im Alltag

Betroffene bereiten vielleicht noch selbstständig eine Mahlzeit zu, vergessen diese dann aber auf dem angeschalteten Herd, sodass es zu brenzligen Situationen kommen kann. Oder das Waschen von Wäsche und die dafür notwendigen Arbeitsschritte können nicht mehr bewältigt werden.

  • Wortfindungsstörungen/Sprachverarmung

Betroffenen fallen einzelne Wörter nicht mehr ein und umschreiben den gemeinten Gegenstand  („Das Ding mit dem Kaffee drin“ statt Kanne) oder sie ersetzen das gesuchte Wort durch ein völlig anderes („Vase“ statt „Fahrrad“). Auch werden Sätze nicht mehr zu Ende gesprochen oder nur noch Floskeln verwendet.

  • Schwierigkeiten bei der Beurteilung von Situationen

Ein häufig genanntes Beipsile im dem Zusammenhang ist, dass Betroffene auch bei schönem Wetter stets mehrere Lagen Kleidung tragen oder umgekehrt bei frostigen Temperaturen nur mit einem Hemd bekleidet das Haus verlassen. Sie sind nicht mehr in der Lage, eine Situation angemssen zu beurteilen und entsprechend zu handeln. Das birgt natürlich gewisse Gefahren, da sich dies auch auf den Straßenverkehr, den Umgang mit Geld oder den Kontakt gegenüber Fremden übertragen kann.

  • Antriebsarmut/Interessenlosigkeit

Betroffene sitzen mit einem Mal nur noch antriebslos im Sessel oder stehen morgens nicht mehr auf, und das obwohl sie vor kurzem noch gesellige und aktive Menschen waren, die ihren Tag selbst strukturieren und gestalten konnten. Sie ziehen sich vor Familie und Freunden zurück, lehnen den Kontakt mit anderen Menschen ab. Auch Vereine oder andere Aktivitäten werden plötzlich gemieden.

  • Abstraktes Denken

Das Vergessen einer Telefonnummer oder eines Termins ist etwas alltägliches, das auch gesunden Menschen passieren kann. Gedächtnisstützen in Form von Notizzetteln oder Kalendern helfen darüber hinweg. Auch ein dementiell veränderter Mensch ist unter Umständen durchaus in der Lage, einen Zettel mit einer Telefonnummer zu schreiben. Allerdings fällt ihm vielleicht schon nach kurzer Zeit nicht mehr ein, wofür diese steht. Er kann mit den Zahlen nichts mehr anfangen oder sie als Telefonnummer identifizieren.

  • Persönlichkeitsveränderungen

Steht zunächst vielleicht die Vergesslichkeit im Vordergrund eines dementiellen Verlaufs ändert sich im Laufe der Erkrankung möglicherweise auch die Persönlichkeit der Betroffenen. Waren sie zu gesunden Zeiten offene und freundliche Charakter sind sie plözlich gehässig, misstrauisch oder ditanzlos.
Bei einer Frontotemporal-Demenz zeigen sich diese Persönlichkeitsveränderungen in der Regel schon zu Anfang der Erkrankung.

 

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter:

http://www.demenz-service-nrw.de/diagnose-demenz-was-tun.html